Gewinnspiel
Diät-Geschichte 2007: Platz 1

Nichts geht über Ernährungsumstellung und Bewegung
Die Erfolgsgeschichte von Marion M.

Meine Diätgeschichte ist genau genommen meine halbe Lebensgeschichte. An dem Tag, an dem ich ein großes Geschenk bekam (meine Tochter), begann meine steile Diätkarriere!
10 kg zuviel sollten runter, doch irgendwie verpasste ich den Einstieg und dann hatten sich die Kilos an mich gewöhnt, denn sie waren viel anhänglicher als mein kleines Baby! Meinen Mann schien die neue Griffigkeit auch nicht weiter zu stören. Und so ging ich lieber shoppen statt schwitzen. Außerdem war Kind Nummer 2 in Planung. Also, wieso zweimal quälen?
Mein Sohn kam mit weiterem Ballast und sollte somit Startschuss für die Umbaumaßnahmen an meinem Körper sein. Was von derartig langer Hand geplant war, musste ja erfolgreich werden. Die erste Sprosse auf meiner Karriereleiter war unglaublich erfolgreich, meine sorgfältige Planung endete nach einwöchiger Hungerkur mit einer Portion Fritten - mit Doppelmayo.

Nach zweiwöchiger schamloser Völlerei startete ich den zweiten Anlauf, kleidete den Kühlschrank neu ein und schaffte immerhin die Hälfte des Pensums. Vor lauter Glück gönnte ich mir eine Woche Diätpause, die mich leider davon überzeugte, was ich schon längst ahnte - der Mensch ist nicht zum Verzicht geboren. Die Schwarzwälder Kirschtorte zog also wieder bei uns ein und mit ihr meine alten Bekannten, die ?Kaloriechen?. Aber guten Freunden gibt man ja gerne ein Küsschen oder auch zwei oder drei, ich gab ihnen sogar die ganze Packung!

Danach wurde ich zur Event-Diäterin. Stand ein Ereignis an, bei dem ich eher auf das tolle neue Kleid als auf die tollen neuen Kilos angesprochen werden wollte, zog ich 2 Wochen vorher die Notbremse zur Radikalkur. Ananas, Molke oder Kohlsuppe - jahrelang war ich die führende Expertin auf dem Gebiet der Einseitigkeit. Meine Gewichtsachterbahn orientierte sich witzigerweise auch an meinen Sprösslingen. Duplosteine für die Kinder, für mich die namensgleichen Schokoriegel. Die Kleinen spielten Jo-Jo, ich war die Inkarnation des entsprechenden Effekts.

Dann stand das Klassentreffen an und zu meinem Erstaunen stellte ich fest, dass ich nicht der einzige Hefekloß in der Runde war. Sämtliche Gesprächsthemen drehten sich um den elenden Kampf mit den Pfunden und ich bekam zig neue Inspirationen, die meine Karriere weiter vorantreiben sollten. Ich startete am nächsten Tag mit der total trendy Trennkost, um die Schäden des Vortags wieder wettzumachen. Dass ich aber meine Spaghetti nicht mehr mit Bolognese und die Bratkartoffeln nur ohne Spiegelei essen durfte, machte mich auf Dauer untreu. Also setzte ich darauf, nach 17 Uhr nichts mehr zu essen. Doch nachdem ich wiederholte Male bei abendlichen Grillpartys beim Anblick der Grillwürstchen fast einen Weinkrampf gekriegt hatte, verwarf ich auch das. Ich erklärte Atkins zu meinem besten Freund, überernährte mich ausschließlich von totem Tier, sodass ich nach Abbruch des Protein-Wahnsinns eine vegetarische Phase einschob. Schließlich rannte ich zu den Weight Watchers. Das überzeugte mich dann wirklich. Denn ich war überrascht, wie schnell ich meine mathematischen Fähigkeiten wieder auf Vordermann bringen konnte! Fortan war ich nur noch mit Punktezählen und Punkteausrechnen zugange, addierte, subtrahierte und vollführte gewagte Dreisätze. Das wurde nach einiger Zeit aber lästig - Rückfall.

Schließlich zog ich einen Schlussstrich unter meine Karriere. Dennoch sagte ich mir ?Wenn schon pummelig, dann aber gesund? und meldete mich für einen Ernährungskurs bei der Volkshochschule an. Einfach aus Gründen der Neugier hielt ich einen Tag lang einen idealen ausgewogenen Plan ein und war abends baff, dass ich sogar meinen Gute-Nacht-Schokoriegel verweigerte, weil ich einfach satt war! Was für ein tolles Gefühl! Ich machte weiter, lernte viel über Lebensmittel, über den Körper, lernte Obst, Gemüse und Vollkornbrot zu lieben, fing schließlich mit Sport an, fühlte mich immer besser und nahm fast unbemerkt ab. Mein ehemaliges Ziel hab ich über ein Jahr verteilt erreicht, obwohl ich gar nicht die Absicht hatte! Verrückt!

Kommentar der Diät.com-Jury: Jeder, der schon mal mit den überflüssigen Pfunden zu kämpfen hatte, fühlt sich bei dieser witzigen und abwechslungsreichen Erzählung wohl mehr als verstanden. Und dabei hat Frau Marion M. auch noch eine große Wahrheit kundgetan, die ihr schließlich zum Erfolg verholfen hat: Denn wenn man abnehmen möchte, geht nichts über eine ausgewogene, gesunde, bewusste Ernährung kombiniert mit regelmäßiger Bewegung. Super!

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