Was für eine traumhafte Vorstellung: Morgens aufstehen, einfach zwei Tabletten aus der Packung drücken, runterschlucken und darauf warten, schlank zu werden. Es klingt verlockend. Und seit es das Internet gibt, ist es doppelt so einfach. Anklicken, bestellen, auf die Post warten, fertig. Dass es hier einen Haken geben muss, liegt irgendwie auf der Hand. Andererseits möchten wir so gern glauben, dass die bestellbaren Mittelchen helfen. Und somit fällt der ein oder andere immer wieder auf tolle Werbeangebote herein. Doch aus dem Traum kann schnell ein Alptraum werden, wenn Diätpillen Herzrasen und Depressionen verursachen, statt Pfunde zu reduzieren. Stiftung Warentest hat Schlankmacher aus dem Internet überprüft. Das Ergebnis: Keines der Mittel können die Tester empfehlen. Im Gegenteil: Die meisten Pillen sind sogar stark gesundheitsschädigend.
Die Stiftung Warentest hat 16 Schlankheitsmittel aus dem Internet überprüft. Die Analyse im Labor förderte Erschreckendes zutage: 13 Schlankheitsmittel bergen eine hohe bis sehr hohe Gefahr für die Gesundheit. Das Unberechenbare an ihnen: In vielen Kapseln lauert ein unbekannter böser Pharma-Cocktail. Und nicht immer sind die Inhaltsstoffe angegeben. Hier einige Beispiele:
Vor allem Fettreduzierer mit Ephedrin sind gefragt. Ein Wirkstoff, der in Deutschland wegen seiner suchterregenden Eigenschaften und Nebenwirkungen verschreibungspflichtig ist. In dem Schlankmacher "ThermoGenesis" sind beispielsweise 20 Milligramm Ephedrin plus 340 Milligramm Koffein pro Kapsel enthalten. Schon die Einnahme der empfohlenen zwei Kapseln am Tag (gleicht einer Wirkung von zehn Tassen Kaffee) kann zu erheblichen Herzrhythmusstörungen führen.
Die Schlankheitsmittel von "
Lida" arbeiten mit dem Appetitzügler Sibutramin. Er soll im Gehirn das Sättigungsgefühl erhöhen. Man beruft sich auf chinesische Traditionen, die Mittel seien angeblich rein pflanzlich. In Wirklichkeit sind sie gefährlich. Sibutramin kann bereits bei geringer Dosis zu Herzrasen und erhöhtem Blutdruck führen.
Eine neue Anti-Fett-Pille mit dem Namen "Acomplia" ist in Deutschland rezeptpflichtig. Doch im Internet ist sie frei verkäuflich. Der enthaltene Wirkstoff Rimonabant soll den Hunger dämpfen, kann aber auch Depressionen und Angst hervorrufen.
Und wie viele Menschen greifen regelmäßig zu dieser Art von Schlankheitsmitteln? In einer Online-Umfrage holte die Stiftung Warentest die Meinung von 3.000 Teilnehmern ein. 14 Prozent davon hatten bereits Erfahrungen mit Diätkapseln. Einige bekamen Essstörungen oder Herz-Kreislauf-Probleme, nahmen die Nebenwirkungen aber recht lange in Kauf, weil sie an den Erfolg der Mittel glauben wollten.
Wohlbekanntes Fazit: Mit Hilfe von viel Bewegung und einer ausgewogenen Ernährung abzunehmen, ist noch immer am effektivsten und gesündesten. Wer es allein nicht schafft, kann sich Hilfe bei Experten suchen (Ernährungsberater vor Ort oder von der Stiftung Warentest als gut bewertete Online-Coaches, wie beispielsweise xx-well.com).
Die komplette Studie gibt es bei Stiftung Warentest für einen Euro als
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