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Verbraucher werden von Light-Produkten getäuscht
Nicht alle Lebensmittel, auf denen “light” draufsteht, haben auch weniger Kalorien. Sie gaukeln dem Verbraucher also nur vor, er tue etwas für seine Gesundheit und die schlanke Linie. Tatsächlich sind manche von ihnen sogar richtige Dickmacher.
“Ich kaufe Light-Produkte. Also, mir schmecken sie. Viele sagen zwar ‘ist nicht gesund’, aber mir schmecken sie.” “Am liebsten kaufe ich Joghurt-Produkte, weil der Light-Joghurt sehr gut schmeckt und wenig Fett hat.” “Bei Käse und Chips achte ich drauf, ob da weniger Fett drin ist. Und bei Cola – trinke ich light.”
Light-Produkte haben viele Fans. Als “light” oder ins Deutsche übersetzt “leicht” darf ein Produkt bezeichnet werden, bei dem wenigstens eine Zutat um mindestens 30 Prozent gegenüber dem Originalprodukt reduziert ist. Es kann sich um Fett, Zucker, Alkohol oder Koffein handeln. So sieht es eine EU-Verordnung vor. Wenn ein Lebensmittel mit weniger Fett wirbt, kann es aber trotzdem eine Kalorienbombe sein. Harald Seitz vom Verbraucherschutz Infodienst AID in Bonn erklärt:
“Der Inhaltsstoff Fett ist auch ein Geschmacksträger. Das heißt er muss durch etwas anderes ersetzt werden, damit die auch genauso gut schmecken wie die üblichen Produkte, also die Nicht-Light-Produkte. Wenn ich ein Joghurt habe, der 0,1 Prozent Fett beinhaltet, ist in den allermeisten Fällen auch mehr Zucker drin.” Anders herum können auch Zucker reduzierte Produkte mehr Fett enthalten. Um versteckte Dickmacher aufzuspüren, hilft nur der Blick aufs Etikett. Der Ernährungswissenschaftler Harald Seitz rät:
“Als einfache Faustregel gilt tatsächlich: Zwei Produkte nebeneinander zu halten und sich anzuschauen, was ist da tatsächlich drin und auch zu vergleichen, wie viel Zucker, wie viel Fett, wie viel zusätzliche Mineralstoffe, die man sowieso nicht braucht in Deutschland, sind denn tatsächlich drin. Und dann filtert sich ganz schnell ein Favorit heraus.”
Die ein oder andere Limonade hat tatsächlich null Kalorien, bei der der Zucker durch künstliche Süßstoffe ersetzt wird. Trinkt man aber viel und über lange Zeit solch kalorienarme Getränke, kann sich das Geschmacksempfinden verändern. Das heißt, die natürliche Süße – etwa von Obst – wird schlechter wahrgenommen und ein größeres Verlangen nach Süßem entsteht – bis zur Heißhunger-Attacke:
“Und das ist natürlich das, was man nicht möchte. Dass man sogar noch mehr Süßes isst. Auch dann natürlich das Zuckerhaltige und nicht mehr das mit den Süßungsmitteln mit weniger Kalorien.”
Daher sind sind künstlich gesüßte Erfrischungsgetränke als Durstlöscher nicht geeignet. Ab und zu ein Glas schadet hingegen nicht. Manchmal können Light-Produkte nach Ansicht von Harald Seitz durchaus hilfreich sein. Sie können zum Beispiel am Anfang einer Diät helfen, bei gleich großen Portionen Kalorien zu sparen – sofern die leichte Variante tatsächlich weniger davon enthält. Wer aber dauerhaft abnehmen will, kommt meist um kleinere Portionen nicht herum und sollte die Ernährung umstellen: Statt der Leberwurst light, die immer noch fett genug ist, ist zum Beispiel ein Bratenaufschnitt, der per se weniger Fett hat, eine Alternative.
Quelle: www.dradio.de
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