Allergien durch Nahrungsmittel

Stefanie31
Finde, dass das ein wichtiges Thema ist:


Auch Nahrungsmittel können krank machen. Wir alle haben schon nach dem einen oder anderen Genuß gelitten, oft dann, wenn wir es „zu gut gemeint haben". Aber auch geringe Mengen einer Speise oder eines Getränkes können Krankheitszeichen hervorrufen, nämlich dann, wenn eine Nahrungsmittelallergie vorliegt.
Allergie bedeutet, daß das Immunsystem auf den Verzehr eines Allergens mit der Bildung sogenannter Antikörper reagiert. Dies kann zu Beschwerden führen, die von Patient zu Patient unterschiedlich sind. Es kann zu Reaktionen der Verdauungswege kommen, wie z.B. Halsjucken und -engegefühl, Lippenschwellung, Sodbrennen, Magenschmerzen, Blähungen oder Durchfall. Zum anderen ist die allergische Reaktion oft aber nicht auf diese Organe beschränkt, sondern kann sich zusätzlich oder sogar ausschließlich in anderen Beschwerden äußern, wie z.B. Fließschnupfen, asthmatische Luftnot, Nesselfieber, Kreislaufstörungen und Kopfschmerzen. Bei stark ausgeprägter allergischer Reaktionsbereitschaft kann ein lebensbedrohlicher Schockzustand auftreten. Dies kann bereits nach dem Verzehr sehr geringer Mengen des Allergens geschehen.
Die Liste der Nahrungsmittel, die Allergien hervorrufen können, ist fast beliebig lang. Besonders häufig rufen Vollmilch, Hühnerei, Obst, Nüsse, Gewürze und Fisch Allergien hervor. Aber auch eher seltene Nahrungsmittel können im Einzelfall die Ursache der allergischen Beschwerden sein. In der letzten Zeit werden häufiger auch Nahrungsmittelallergien gegenüber sehr "gesunden" Naturprodukten der biologisch-ökologischen Ernährungsweise beobachtet, wie insbesondere Körner und Samen.
Wie kann eine Nahrungsmittelallergie, deren Symptome ja leider nicht immer eindeutig sind, aufgedeckt werden?
Der allergologisch tätige Arzt wird zunächst ein sehr gründliches Gespräch mit dem Patienten führen und neben dem Beschwerdebild auch die Ernährungsweise erfassen. Sehr hilfreich - wenn auch etwas mühevoll - kann das Führen eines Ernährungstagebuches sein, in dem all das aufgelistet wird, das am jeweiligen Tag gegessen oder getrunken wurde und Beschwerden auftraten. Hierdurch kann das auslösende Allergen oft schon eingekreist werden. Die spezielle allergologische Diagnostik beginnt mit Hauttestungen mittels Testextrakten oder frischen Nahrungsmitteln. Hierbei kommen verschiedene Methoden auch unter Berücksichtigung möglicher Risiken zur Anwendung. Blutuntersuchungen, im wesentlichen die Suche nach allergischen Antikörpern, können die Diagnostik ergänzen. Leider ist zu sagen, daß Haut- und Blutuntersuchung oft negativ bleiben, obwohl eine Allergie vorliegt. Dies liegt zum Teil daran, daß die Allergie im Körper oft erst ausgelöst wird, wenn die zugefügte Nahrung in Verdauungsbestandteile zerlegt worden ist.
Daher ist in einigen Fällen eine sogenannte "Provokationstestung" nötig. Das Prinzip dieser Testung besteht darin, daß nach einer vorherigen Eliminationsdiät mit unverdächtigen Nahrungsmitteln schrittweise einzelne Speisen der Nahrung zugefügt und evtl. Beschwerden erfaßt werden. Ist das verantwortliche Nahrungsmittelallergen gefunden worden, kann die gezielte Therapie beginnen. Und diese besteht nicht im Griff zu einem Wundermittel, sondern einzig und allein in der Meidung des Allergens.
Noch einmal: Oberstes Therapiegebot ist, das zu meiden, was krank macht. Lassen Sie sich gezielt ärztliche Informationen geben, welche einzelnen Nahrungsmittel oder Nahrungsmittelgruppen (oft bestehen sogenannte Gruppenreaktionen bei Nahrungsmittelfamilien) Sie bei der Ernährung auslassen müssen.
In einigen Fällen treten Schwierigkeiten auf, wenn das krankmachende Allergen (z.B. ein Gewürz, Gemüse oder Konservierungsstoff) in „versteckter" Form in einem Gericht oder einem Fertigprodukt vorliegt und es unwissentlich verzehrt wird.
Beim Kauf von Fertiggerichten und Konserven sollte immer auf die Angabe der Inhaltsprodukte und Beigaben geachtet werden. Beim Besuch eines Lokals ist es keine Schande, beim Kellner oder Koch nachzufragen, ob in dem ausgewählten Gericht das zu meidende Allergen vorhanden ist! In Fällen, in denen ein Grundnahrungsmittel, das nicht regelmäßig gemieden werden kann, allergische Reaktionen hervorruft, kann ein medikamentöser Therapieversuch gemacht werden.
Die regelmäßige Einnahme eines sogenannten Cromoglycats kann zu einem vorbeugenden - keinesfalls jedoch 100 %igen - Schutz führen. Wenn eine Nahrungsmittelallergie vorliegt, die zu sehr starken und evtl. bedrohlichen Beschwerden führen kann, wird der Arzt Medikamente verordnen, die im Notfall direkt vom Patienten selbst angewandt werden können.
Sie dienen aber nur der Überbrückung bis zum Aufsuchen des Arztes. Zu diesen Medikamenten gehören z.B. schnell wirksame Kortisonpräparate (Zäpfchen, wasserlösliche Tabletten), Antihistaminika, Sprays gegen asthmatische Beschwerden sowie kreislaufstützende Präparate zur Schockbehandlung (Adrenalin in Spray- oder Spritzenform).
In den meisten Fällen verlaufen Nahrungsmittelallergien nicht in so dramatischer Form. Dennoch sollte diese Erkrankung - ohne Übertreibung - ernst genommen und die Ratschläge des Arztes befolgt werden.

NÄHRMITTEL, die ALLERGIEN verursachen:
Die üblichsten allergisierenden Nährmittel sind:

Äpfel, Nüsse, Tomaten, Milch, Eier, Spinat, Trauben, Bananen, Erdnüsse, Kakao, Schalentiere, Weichtiere (Muscheln), Soja, Fisch, Huhn und Gewürze, z.B. Sellerie. NÄHRMITTEL, die INTOLERANZREAKTIONEN verursachen:
Die folgenden Nahrungsmittel können Stoffe enthalten, die auf die Mastzellen direkt einwirken, so daß diese Histamin freisetzen:
Schokolade, Tomaten, Spinat, Erdbeeren, Schalentiere, Rhabarber, Käse, Hering, Bananen, Makrele, Kabeljau, Pfeffer, Nüsse, Wein, Sauerkraut, Thunfisch.
Viele Nährmittel enthalten überdies Farbstoffe, Geschmacksstoffe, Konservierungsmittel usw., die gleichfalls Symptome einer Nahrungsmittelintoleranz verursachen können.

Die FARBSTOFFE sind: E 102, E107, E 110, E 122, E 123, E 124, E 128, E 151. Die GESCHMACKSSTOFFE sind: Zimtsäuresalz (Kaneel), Anethol, (Anis, Fenchel, Süßholz) Vanille, Eugenol (Muskat, Nelke, Lorbeer, Piment, Zimt), Menthol. Die KONSERVIERUNGSSTOFFE sind:
E 210, E 219, E 200, E 203.
Die OXIDATIONSHEMMENDEN STOFFE sind:
E 311, E 320, E 321
Die GESCHMACKSFÖRDERNDEN STOFFE sind:
E 620, E 625, E 626, E 629, E 630, E 633. Wenn einer dieser Stoffe für Lebensmittel verwendet wird, ist dies in vielen Ländern auf dem Etikett anzugeben.