Mandylion
Hallo!
ich habe das Problem, dass ich seit meiner Kindheit ein relativ gestörtes Verhalten zum essen habe. Essen war für mich immer Ersatz für alles und vor allem bei Langeweile und Frustration haben ich alles mögliche in mich rein gestopft.
Ich stelle fest, dass ich es trotz 15 verlorenen Kilos immernoch nicht schaffe, diese Eigenart adequat in den Griff zu bekommen. Ich breche immer wieder ein während meiner Diäten und falle wieder in alte Muster zurück. Am Wochenende war ich krank und mein Freund hatte besuch und konnte nicht vorbeikommen. Also saß ich allein hier rum und was hab ich getan? Gegessen. Es ist echt frustierend, wenn man nicht die Disziplin aufbringen kann oder nicht klar mit sich selbst reflektieren kann um diese Muster los zu werden.
Kenn das noch jemand?! Irgendwie muss es doch einen Weg geben, da raus zu kommen und normal, gesund und mit freude zu essen.
AndOne
Na ja, wenn ich Stress auf der Arbeit habe oder mich so net ganz so doll fühle, fange ich auch an zu futtern, kann das also gut nachvollziehen. Habe es zwar reduziert, aber es ist auch wieder häufiger vorgekommen dass ich dann wieder zuschlage.
Mandylion
Elender Teufelskreis. Ich tu mich da echt schwer mit. Gerade wenn ich mich verlassen fühle oder Langeweile hab. Das war immer so, aber ich will nicht das es so bleibt. Naja, mein Herzblatt bemüht sich redlich drum, dass es mir gut geht und ich nicht frustessen brauch. .
AndOne
Nun ja, muss halt nen passenden Ersatz dafür finden der überall zur stelle sein kann.
rap_chic
ich kenne dein problem.. naja nich in der form aber anders.. und wenn du denkst dass du damit nicht allein klar kommst, dann such einen vielleicht mal einen psychologen auf...
lg
gigiweibl20
Auch ich kann dich gut verstehen. Ich habe das ständige bedürfniss mit anderen Menschen zusammen zu sein. Wenn ich alleine bin fühle ich mich auch alleine! Es geht mir schlecht, ich bin traurig. Das einzigste was da wunder bewirkt ist Essen! Sogar wenn mein Freund bei mir ist, ich aber das gefühl habe wir sind uns gerade nicht nahe, greife ich zum essen.
Da ich beruflich mit vielen jungen Mädchen mit Essstörungen zusammen arbeite weiß ich wie schwer es ist sich solch ein essverhalten abzugewöhnen. Sobald auch psychische belastungen/ störungen das essverhalten beeinflussen, würde ich auch professionelle Hilfe vorschlagen! Wenn es eher um Nähe und allein sein und langeweile geht, solltest du dir etwas anderes suchen, das dir genauso gut tut! Ich weiß ich schaffs auch nich von heut auf morgen :-)
Mandylion
Ich bin mir oft nicht sicher, wo die genaue Ursache liegt. Ich hab das gefühl, wenn ich allein esse fällt bei mir das sättigungsgefühl völlig weg und ich könnt stundenlang weiter futtern. Klar, möglichkeiten was gegen die langeweile zu tun gibts genug, aber wenn dann mal echt streß angesagt ist, in welcher hinsicht auch immer, dann sind alle vorsätze dahin.
Schlimm ist es auch, unter menschen zu sein, alle essen was und man selber hat eigentlich keinen hunger oder schon gegessen. So ging es mir gestern abend. Ich hab mir dann im endeffekt doch was bestellt.
Irgendwie ist essen der beste Freund und der größte Feind zugleich.. sehr komisch das alles.
rap_chic
hastdu noch andere anzeichen für eine essstörung? ... zB erbrichst du das essen oder so?
wieso findest du es schlimm unter anderen zu essen? wieso hast du dann keinen hunger ? isst du lieber alleine weil du dann soviel essen kannt wie du willst?
Mandylion
Hm.. gute Frage... keine ahnung.
Irgendwie dreht sich mein halbes Leben nur ums Essen. Seit dem ich "Diät" Lebe ist es eigentlich noch schlimmer geworden. Ich bin kaum in der Lage irgendwas zu essen, ohne mir gedanken dabei zu machen.
Entweder bekomme ich ein schlechtes Gewissen und renn dann zum Sport oder ich bin frustiert und esse noch mehr oder ich denk einfach nur über die Kalorien nach und rechne rum.
Ich bin scheinbar garnicht in der Lage ein normales Essverhalten zu entwickeln. Momentan versuche ich, mir einfach weniger Gedanken zu machen und endlich mit mir selbst klar zu kommen, aber das ist schwieriger als man glaubt. Entweder passiert dann doch wieder irgendwas doofes und man fällt zurück, oder man wird neidisch weil es bei anderen besser läuft als bei einem selbst. Das ist verdammt schwer und oft einfach allein nicht zu schaffen.
Aber den weg, mir prof. Hilfe zu holen gehe ich dann auch nicht.... Frau weiß einfach nicht wirklich was Frau will..
rap_chic
so wie du es beschreibst solltest du überlegen dir nich doch hilfe zu holen, denn es hört sich schon nach einer es an... wissen deine freunde/familie davon? das wäre doch schonmal ein erster schritt..
Mandylion
Klar! Aber da ich bereits 15 Kilo abgenommen habe, wird es irgendwie nicht wirklich ernst genommen. Frei nach dem Motto ich spinn ja nur rum. Dass ich wirklich ein Problem habe von Zeit zu Zeit ist irgendwie nicht durchgedrungen. Außer bei meinem Freund, der mich mit Händen und Füßen unterstützt.
hoppel-moppel
Hi Mandylion!!!
ich kenne dein Problem glaub besser als mir lieb ist...
bei mir dreht sich auch immer alles nur ums essen, ich sitzt morgens schon in meiner Vorlesung und überleg was ich mittags essen könnt, und dann hab ich wieder euphorische diätpläne die in ner riesen-mega Fressorgie enden....
Allerdings hatt ich auch früher schon mal Bulimie.....da hat mir mein (leider jetzt EX) -Freund rausgeholfen, aber die Fressattacken sind gebliebn, nur das erbrechen hab ich gelassen....was natürlich zu ner deutlichen Gewichtszunahme geführt hat....
Würde jetzt auch gern mal wieder abnehmen, letztes Jahr im Frühling (nachdem sich besagter ex freund getrennt hat) hab ich ca 10 Kilo weniger gewogen.... und mich sooooooooooooooo viel besser gefühlt...
trotzdem kreisen die Gedanken immer nur ums essen.....
Falls du ne Idee hast wie man das in den Griff bekommt ohne zum Seelenklempner zu rennen ( bin ich nämlich auch nicht gerade scharf drauf) dann meld dich bitte mal!! würde mich total freuen...
tut irgendwie gut mal jemanden zu hören dem es so ähnlich geht.....
Liebe Grüße
Mandylion
Ja das ist in der Tat sehr beruhigend, dass es auch anderen so geht.
Mich beruhigt allein schon, dass man mich hier ernst nimmt und mich nicht belächelt als die verrückte mit dem Spleen.
Wugi
auch ich kenne den teufelskreis!!! hab zwar nicht fressataken, aber viel zugenommen danach radikal diät -34 kg weniger und dann kam erst die bulimie dazu...durch die schwangerschaft erbrechen gelassen und so wieder ganz schön (22kg) zugenommen !
so ganz kann ich das erbrechen auch noch nicht lassen, das ist irgendwie als ob man abhängig davon ist wie rauchen etc. aber wenn der körper wieder normal werden sollte müssen wir die finger davon lassen, denn ich sehs - ich esse nur ne kleinigkeit und schwups die waage dreht sich nach oben
wie man raus kommt davon ? ich weiß nur eins mir hat meine ss geholfen den die angst um mein baby war größer. es soll nicht heissen ihr sollt kinder bekommen *lach* neeee,- aber vielleicht etwas suchen für was es sich lohnt gesund und fit zu bleiben.
lg babsi
rap_chic
also ich muss sagen ich habe bulimie seit einpaar jahre... seit anfang des jahres mache ich eine therapie.
ich glaube es ist in vielen fällen fast unmögich allein daraus zu kommen, deswegen...mädels falls ihr merkt ihr schafft es nicht holt euch irgendwie hilfe...
allein würde ich es nie schaffen denke ich und jetzt bin ich echt sschon sehrw eit es unter kontrolle zu kriegen ...
lg
moonflower
Hallo Mandolyn,
hab mir das ein wenig durchgelesen und denke es koennen wirklich viele dein Problem nachvollziehen.
Du scheinst aber auch nicht damit gluecklich zu sein, dass sich dein ganzes Leben halbwegs nur ums Essen dreht.
Ich finde es ist keine schlechte Idee deswegen zum "Seelenklempner" zu rennen.
Ich finde es sehr mutig sich seinen Problemen zu stellen und zu bemerken okay alleine komme ich hier nicht weiter und ich will halt wieder gluecklich und zufrieden Leben und mich auf andere Sachen konzentrieren koennen.
Du hast doch selbst schon mit bekommen, dass das Essen nur eine Ausweichmoeglichkeit ist - reine Zuflucht - aber wovor?? Mal ein profesinelles Gespraech oder einen Rat suchen, ist nicht wirklich schlecht udn ich denke es tun mehr Menschen als man denkt.
Denk doch einfach noch mal darueber nach!
Balleny
Hallo,
ich kann dir ein gutes Buch empfehlen, wenn du den Weg zum Therapeuten scheust: "Übergewicht und seine seelischen Ursachen" von Doris Wolf. Ich habe das Buch verschlungen und beim Lesen oft "Aha-Effekte" erlebt. Mir hat es viel gebracht. Ich habe 1996/97 von 108 kg auf 75 kg abgenommen (ich bin 1,74 m groß) und seitdem gehalten. Nun bin ich auf dem Weg, die restlichen 10 kg abzunehmen. Derzeit bin ich bei 72 - 73 kg und ich lasse mir Zeit, abnehmen kann man schnell aber die Kunst ist es das Gewicht hinterher zu halten.
"Essstörung" ist ein ziemlich dehnbarer Begriff. Ich denke mal es gibt viele Menschen die Essstörungen haben ohne es von sich anzunehmen. Du solltest wirklich erst mal die Ursache für das Überessen suchen. Es gibt viele verschiedene, ganz persönliche Gründe, warum der Mensch zum Essen greift. Ohne das Wissen um diese Gründe, wirst Du wahrscheinlich das Gewichtsproblem nicht dauerhaft bewältigen können.
Liebe Grüße!